Weltmeisterschaft Pietermaritzburg

Das südafrikanische Pietermaritzburg war in diesem Jahr Austragungsort der UCI MTB Weltmeisterschaften. Die 4,2 km lange Strecke war schnell, teils flowig, technisch und mit ihren Anstiegen auch hart.

Ich erwischte einen guten Start in das U23 Rennen und ging auf der weiten Position hinter dem Italiener Kerschbaumer in den ersten Anstieg. Im zweiten Anstieg musste ich zwar einige Sekunden reißen lassen, konnte aber in der Abfahrt das Loch wieder schließen. So fand ich mich nach eineinhalb Runden zusammen mit zwei Italienern an der Spitze des Rennens wieder. Am Berg fuhr ich mein Tempo und der Plan war es dafür in den Abfahrten sauber und zügig unterwegs zu sein. Ende der zweiten Runde, im letzten Steinfeld, war ich fast wieder an den beiden Italienern dran, als meine Medaillenhoffnungen auf Rang drei liegend buchstäblich in Luft auf gingen:  Im recht dunklen Steinfeld „Tree House“ sah ich die Line schwer, strauchelte leicht und machte kurz die Bremsen auf um einem Sturz zu entgehen. Dabei muss ich mir irgendwie einen Platten am Vorderrad eingefangen haben. Fast zwei Minuten verlor ich bis ich das Rennen wieder fortsetzen konnte. Ich versuchte einen Aufholjagt zu starten, doch die Beine gingen nach dem Laufen und Stehen nicht mehr so recht. Im Wissen dass die Medaille weg war, war es fortan ein Kampf. Ich konnte zwar noch von Rang 17 auf den zehnten Platz vor fahren, doch das war für mich nur wenig Trost. Weltmeister wurde der Italiener Gerhart Kerschbaumer vor Julian Schelb, der eine furiose wie starke Aufholjagt zeigte und mit Silber belohnt wurde. Bronze ging an den Niederländer van der Heijden.

Ich bin hier her gekommen um um eine Medaille zu kämpfen, habe mich mit bestem Gewissen vorbereitet. Und dann zerstört ein Platten in einer solch aussichtsreichen Situation alles. Sicherlich eine meiner größten Enttäuschungen, die auch noch einige Tage anhalten wird.