WM Cairns

Etwa 25 Flugstunden entfernt, auf der anderen Seite der Welt fanden im Australischen Cairns die Mountainbike Weltmeisterschaften statt. Zwar traft der Slogan „The Rumple in the Rainforst“ nur bedingt zu: Zwar wurde um das Regenbogentrikot gefahren, doch von Regen war auf der 4,4km langen Strecke schon lange nichts mehr zu sehen und so wurde das Rennen zu einer extrem staubigen Angelegenheit. 
Bereits in der Startloop des großen Elitefeldes war die Fahrline teils kaum noch erkennbar. Dennoch versuchte ich bereits in der Startloop möglichst viele Positionen gut zu machen, da die Strecke im einzigen langen Singletrailanstieg kaum Überholvorgänge zuließ. Durch einen Fahrfehler eines Vordermanns verlor ich jedoch auch gleich vorm ersten Anstieg wieder einige Positionen und musste mich gerade in den ersten drei Runde oft selber ermahnen, Überholvorgänge nicht an unmöglichen Stellen zu erzwingen und so gegebenenfalls einen Sturz zu provozieren. Gar nicht so leicht bei der Nervosität und Anspannung bei einem WM-Rennen.
Doch machte ich Positionen gut und hatte in der fünften Runde „freie Fahrt“ auch im Singletrail, sodass ich mich in Richtung Rang 25. nach vorne schieben konnte. Ich wusste um meine super Verfassung und meine guten letzten Runden und wollte diese Stärken auf den letzten zwei Runden versuchen auszuspielen. Leider erwischte ich dann im Anstieg jedoch einen Stich im Hinterreifen. Nach der darauflegenden Abfahrt wechselte ich das Hinterrad. Ohne darauf zu schauen, wie viele Plätze ich nun verloren hatte fuhr ich die letzte Runde einfach „All-Out“, machte nochmals ein paar Plätze gut und kam auf dem 35. Rang ins Ziel.
Ein Ergebnis, mit dem ich nicht ganz glücklich bin, doch bin ich zufrieden mit meiner Performance und wäre es vermutlich auch mit dem Ergebnis gewesen, welches ohne Platten hätte heraus kommen können. Aber „hätte, hätte, Fahrradkette“ zählt nicht und und so muss ich damit zufrieden sein.
 
Der Schweizer Nino Schuster verteidigte seinen Titel vor dem Tschechen Kulhavy und dem Schweizer Litscher.
 
Nun werde ich die letzten Septemberwochen noch etwas lockerer auf dem Bike genießen, das Bundesligafinale in Titisee fahren, bevor es im Oktober in die wohl verdiente Offseason geht.

WC Val di Sole

Mit dem Weltcupfinale im italienischen Val di Sole fand am Wochenende das erster der letzten zwei großen Saisonrennen statt.
Hohe Temperaturen, steile Anstiege und keine Erholungsphasen auf der 3,9km langen Runde sorgten für sehr fordernde Bedingungen.
Mit Startnummer 47 gelang mir ein super Start und ich reihte mich unter den besten 30 ein. Ich dachte ich hätte bereits einen super Rhythmus gefunden, doch kamen gegen Rennmitte einige recht zähe Runden auf mich zu, in denen ich auch einige Positionen verlor.
Doch gelang es mir den Hebel in den letzten zwei Runden noch einmal umzulegen und mich auf Platz 29 vorzuschieben.
Sein sechstes Weltcuprennen in Folge gewonnen hat der Schweizer Nino Schurter vor Stephan Tempier und Julien Absalon.
Nun geht es bereits am Dienstag mit der Nationalmannschaft des BDR weiter nach Cairns, wo die Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

WC Mt St Anne

Der Weltcup in Mt St Anne an der kanadischen Ostküste ist ein absoluter Klassiker im Rennkalender und trotzdem zählt die 4,3km lange Strecke zu den technisch wie konditionell anspruchsvollsten Kursen.
Mit Nummer 44 gelang mir ein guter Start, in der zweiten und dritten Runde musste ich dann ziemlich kämpfen um die Beine am drehen zu halten. Das gelang mir und in der zweiten Rennhälfte ging es mir wieder besser und ich zog meinen Rhythmus durch und erreichte das Ziel auf einem soliden 33. Rang. 

Der Sieg ging bereits zum fünften Mal in Folge an den Schweizer Weltmeister Nino Schuster vor Stephan Tempier und Gerhard Kirschbaumer.

Bis zum Weltcupfinale in Val di Sole in drei Wochen möchte ich noch hier und da kleine Anpassungen erzielen und freue mich auf das große Saisonfinale.

EM Boario Terme

Am Wochenende ging es mit den Europameisterschaften in „Bella Italia“ weiter. In der Thermenstadt Boario Terme in der Lombardei forderte eine anspruchsvolle Strecke mit vielen Steinabsätzen, steilen Rampen und dazu hohe Temperaturen Europas beste Mountainbiker. 

Ich fühle mich wirklich super in Form und war sehr zuversichtlich für das Rennen, hielt mich am Start geplant etwas zurück. Dann jedoch begann ich mit meinem Rhythmus Positionen gutzumachen. 
Ende der ersten Runde rutschte mein Vorderrad dann jedoch einmal weg und dann ging es ganz schnell: ich klickte aus, schon kam die nächste Steinkante, ich war noch nicht wieder im Pedal und strauchelte den Absatz hinunter. Dabei setzte mein Hinterrad hart auf und ich verlor wohl etwas Luft, ohne es gleich zu merken. „Glück gehabt“ dachte ich.
Doch nach dem Durchfahren der technischen Zone entwich die Luft dann vollends und so ging es auf eine lange Strecke mit vielen Laufpassagen zum Materialdepot. 
Abgeschlagen nahm ich die Fahrt wieder auf, wohl wissentlich, dass der Rückstand wohl schon beträchtlich sein dürfte… So endete das Rennen enttäuscht mit der Anwendung der 80% Regel auf Rang 41…

Was soll ich nun sagen? Rennen fahren macht deutlich mehr Spass, wenn man auch zählbare Erfolgserlebnisse einfährt. 
Zumindest gab es aber auch richtig richtig was zu Feiern: Mein Teamkollege Florian Vogel konnte Europameister werden, Teamkollegin Linda Indergand sicherte sich den Vizetitel und Manni Fumic aus der deutschen Nationalmannschaft holte Bronze, Chapeau !
Beim nächsten Weltcuprennen im kanadischen Mt St Anne würde ich mich dann auch über ein zählbares Erfolgserlebnis freuen. 

DM Bad Salzdetfurth

Mit der MTB DM waren die Mountainbiker nach zwei Jahren Abstinenz zurück in der Solestadt Bad Salzdetfurth.
Starker Regen der vergangen Tage zwang die Organisatoren dazu, die Strecke etwas zu verkürzen und zu entschärfen, was für spannende Wettkämpfe und tolle Stimmung an der Rennstrecke sorgte.
Im Eliterennen der Herren wurde Manuel Fumic seiner Favoritenrolle schnell gerecht: schon in der ersten Runde setzte er sich ab und für schließlich einem souveränen Titelgewinn entgegen.
Dahinter kam ich ab der ersten Runde richtig gut in Tritt, schloss zum Verfolgerduo Simon Stiebjahn und Georg Egger auf und dachte  mir „versuche es einfach mal weiter nach vorne“, als ich mir meinen ersten Abgang ins Flatterband leistet. Mein Handicap konnte ich nochmal ausgleichen und so blieb das Trio im Kopf um die weiteren Podestplätze zusammen. Ich fühlte mich gut und versuchte Druck auf meine Begleiter ausüben, als ich in der vorletzten Runde just an der gleichen Stelle erneut stürzte. Ich gab nochmal alles in der letzten Runde in der Hoffnung vielleicht doch noch mal in den Kopf um die Medaillen eingreifen zu können. Die letzte Abfahrt nahm ich „Hop oder Top“, wenn ging es nur noch nach vorn, denn Platz drei war noch in Sichtweite. Doch dann schleuderte es mich nochmals aus der Fahrspur,  und somit musste ich mit der Holzmedallie und Platz vier hinter den beiden stark fahrenden Simon Stiebjahn und Georg Egger vorliebnehmen. Eben ein oder zwei Fehler zu viel gemacht…

Ärgerlich, aber ich hab alles gegeben. Also auf zur Em nächste Woche in Italien!

Weltcup Lenzerheide

Nur eine Woche nach dem dem dritten Weltcup in Andorra ging es vergangenen Sonntag bereits mit dem vierten Lauf in der Schweizer Lenzerheide weiter.
Ich habe meinen Fokus in den wenigen Tagen zwischen zwei solch großen und fordernden Rennen auf die Erholung gelegt. Außerdem durfte ich auch in diesem Jahr bei meinem Teamkollegen Flo am Zürichsee wohnen. Der Plan dahinter war, nicht so viel Zeit auf der Höhe zu verbringen und so einige Körner für das Rennen zu sparen.

Ein kräftiger Regenguss 30 Minuten vor dem Start setzte zwar der ohnehin schon technischen Strecke zu, doch ich war bereits auf das Rennen fokussiert und wusste um unsere gute Vorbereitung.

Nach mäßigem Start mit viel Gedrängel in der ersten Abfahrt fand ich meinen Rhythmus. Meine Strategie gleichmäßig möglichst nach vorne zu fahren wurde in der dritten Runde von einem Platten unterbrochen. Ein kleines Malheur in der letzten Runde kostete nochmal ein paar Plätze, sodass ich auf Rang 47. in Ziel fuhr.
Ich hatte mir schon mehr erhofft, doch hat nicht alles ganz zusammen gepasst. Weiter geht’s.

Gewonnen hat sein Heimrennen der Schweizer Nino Schurter vor einem wieder erstarkten Jaroslav Kulhavy und dem Überraschungsdritten Anton Sinsov aus Russland.

Weltcup Andorra

Im Pyrenäenstaat Andorra fand die dritte Runde des UCI MTB Worldcups statt. Die Höhenlage von über 1900m üNN sorgte für spezielle Verhältnisse und so war es meine Taktik als „Flachländer“ erst spät in das Skigebiet von Vallnord zu reisen, damit der Körper erst gar nicht mit den energieraubenden Anpassungsprozessen an die Höhenlage beginnt.
Ich wollte gerne an meine Leistung aus Albstadt anschließen, doch bereits vor dem Start vermisste ich etwas die Frische. Vielleicht haben die Studiumsprüfungen unter der letzten Woche doch mehr Energie gezogen als gedacht oder erhofft.
Das machte sich besonders in einem schlechten Start bemerkbar, mir fehlte einfach der eine Tritt und so verlor ich bereits in der ersten Runde zu viel Zeit.
Danach konnte ich mein Ziel, auf der Höhenlage nicht zu überzocken und meinen Rhytmus zu fahren gut durchziehen. Platz 47 entsprach zwar nicht meiner Zielsetzung, doch musste ich den schlechten Renneinstieg akzeptieren und kompensieren…
Dafür hoffe ich dann in einer Woche beim nächsten Weltcup in Lenzerheide vom Start weg voll da zu sein.

Mit starken Leistungen von meinen Teamkollegen Flo Vogel und Marcel Guerrini können wir uns etwas überraschend den Sieg in der Teamwertung holen, hammer!


 

Bundesliga Wombach

Am Sonntag hieß es „Back to racing“ und „Back to Wombach“, wo ich mir vor einem Jahr meinen zweiten Deutschen Meistertitel sichern konnte. Dementsprechend reiste ich mit guten Erinnerungen aber auch etwas gespannt in den Spessart, denn nach dem Weltcup in Albstadt hatte ich mein Focus Bike eine Woche in den Keller gestellt und danach mit dem Wiederaufbau begonnen. 
Zwar hatte ich mit Hinblick auf das Bundesligarennen die Intensität im Training auch wieder erhöht, was meine Beine in den ersten Runden aber wohl nicht mehr in Erinnerung hatten. So gelang es mir in der ersten Runde nicht den Anschluss an die vierköpfige Spitzengruppe zu halten und fokussierte mich auf so meinen Rhythmus, in der Hoffnung bei heißen Temperaturen hintenraus noch Positionen gutzumachen. Mit konstantem Tempo schob ich mich besonders in der zweiten Rennhälfte nach vorne, in der letzten Runde lag Platz drei sogar noch in Sichtweite, schlussendlich wurde es für mich jedoch der fünfte Rang.
Zwar wäre ich gerne vorne mitgefahren, das haben die Beine aber noch nicht mitmachen wollen und daher bin ich nicht unzufrieden. 

Gewonnen hat das Rennen in einem knappen Finish Simon Stiebjahn vor Ben Zwiehoff und Lukas Baum.

Nun geht es für mich in dieser Woche noch an drei Klausuren, doch der Blick ist (wie auch das Training) bereits auf den nächsten Weltcup in Andorra in zwei Wochen gerichtet.