EM Boario Terme

Am Wochenende ging es mit den Europameisterschaften in „Bella Italia“ weiter. In der Thermenstadt Boario Terme in der Lombardei forderte eine anspruchsvolle Strecke mit vielen Steinabsätzen, steilen Rampen und dazu hohe Temperaturen Europas beste Mountainbiker. 

Ich fühle mich wirklich super in Form und war sehr zuversichtlich für das Rennen, hielt mich am Start geplant etwas zurück. Dann jedoch begann ich mit meinem Rhythmus Positionen gutzumachen. 
Ende der ersten Runde rutschte mein Vorderrad dann jedoch einmal weg und dann ging es ganz schnell: ich klickte aus, schon kam die nächste Steinkante, ich war noch nicht wieder im Pedal und strauchelte den Absatz hinunter. Dabei setzte mein Hinterrad hart auf und ich verlor wohl etwas Luft, ohne es gleich zu merken. „Glück gehabt“ dachte ich.
Doch nach dem Durchfahren der technischen Zone entwich die Luft dann vollends und so ging es auf eine lange Strecke mit vielen Laufpassagen zum Materialdepot. 
Abgeschlagen nahm ich die Fahrt wieder auf, wohl wissentlich, dass der Rückstand wohl schon beträchtlich sein dürfte… So endete das Rennen enttäuscht mit der Anwendung der 80% Regel auf Rang 41…

Was soll ich nun sagen? Rennen fahren macht deutlich mehr Spass, wenn man auch zählbare Erfolgserlebnisse einfährt. 
Zumindest gab es aber auch richtig richtig was zu Feiern: Mein Teamkollege Florian Vogel konnte Europameister werden, Teamkollegin Linda Indergand sicherte sich den Vizetitel und Manni Fumic aus der deutschen Nationalmannschaft holte Bronze, Chapeau !
Beim nächsten Weltcuprennen im kanadischen Mt St Anne würde ich mich dann auch über ein zählbares Erfolgserlebnis freuen. 

DM Bad Salzdetfurth

Mit der MTB DM waren die Mountainbiker nach zwei Jahren Abstinenz zurück in der Solestadt Bad Salzdetfurth.
Starker Regen der vergangen Tage zwang die Organisatoren dazu, die Strecke etwas zu verkürzen und zu entschärfen, was für spannende Wettkämpfe und tolle Stimmung an der Rennstrecke sorgte.
Im Eliterennen der Herren wurde Manuel Fumic seiner Favoritenrolle schnell gerecht: schon in der ersten Runde setzte er sich ab und für schließlich einem souveränen Titelgewinn entgegen.
Dahinter kam ich ab der ersten Runde richtig gut in Tritt, schloss zum Verfolgerduo Simon Stiebjahn und Georg Egger auf und dachte  mir „versuche es einfach mal weiter nach vorne“, als ich mir meinen ersten Abgang ins Flatterband leistet. Mein Handicap konnte ich nochmal ausgleichen und so blieb das Trio im Kopf um die weiteren Podestplätze zusammen. Ich fühlte mich gut und versuchte Druck auf meine Begleiter ausüben, als ich in der vorletzten Runde just an der gleichen Stelle erneut stürzte. Ich gab nochmal alles in der letzten Runde in der Hoffnung vielleicht doch noch mal in den Kopf um die Medaillen eingreifen zu können. Die letzte Abfahrt nahm ich „Hop oder Top“, wenn ging es nur noch nach vorn, denn Platz drei war noch in Sichtweite. Doch dann schleuderte es mich nochmals aus der Fahrspur,  und somit musste ich mit der Holzmedallie und Platz vier hinter den beiden stark fahrenden Simon Stiebjahn und Georg Egger vorliebnehmen. Eben ein oder zwei Fehler zu viel gemacht…

Ärgerlich, aber ich hab alles gegeben. Also auf zur Em nächste Woche in Italien!

Weltcup Lenzerheide

Nur eine Woche nach dem dem dritten Weltcup in Andorra ging es vergangenen Sonntag bereits mit dem vierten Lauf in der Schweizer Lenzerheide weiter.
Ich habe meinen Fokus in den wenigen Tagen zwischen zwei solch großen und fordernden Rennen auf die Erholung gelegt. Außerdem durfte ich auch in diesem Jahr bei meinem Teamkollegen Flo am Zürichsee wohnen. Der Plan dahinter war, nicht so viel Zeit auf der Höhe zu verbringen und so einige Körner für das Rennen zu sparen.

Ein kräftiger Regenguss 30 Minuten vor dem Start setzte zwar der ohnehin schon technischen Strecke zu, doch ich war bereits auf das Rennen fokussiert und wusste um unsere gute Vorbereitung.

Nach mäßigem Start mit viel Gedrängel in der ersten Abfahrt fand ich meinen Rhythmus. Meine Strategie gleichmäßig möglichst nach vorne zu fahren wurde in der dritten Runde von einem Platten unterbrochen. Ein kleines Malheur in der letzten Runde kostete nochmal ein paar Plätze, sodass ich auf Rang 47. in Ziel fuhr.
Ich hatte mir schon mehr erhofft, doch hat nicht alles ganz zusammen gepasst. Weiter geht’s.

Gewonnen hat sein Heimrennen der Schweizer Nino Schurter vor einem wieder erstarkten Jaroslav Kulhavy und dem Überraschungsdritten Anton Sinsov aus Russland.

Weltcup Andorra

Im Pyrenäenstaat Andorra fand die dritte Runde des UCI MTB Worldcups statt. Die Höhenlage von über 1900m üNN sorgte für spezielle Verhältnisse und so war es meine Taktik als „Flachländer“ erst spät in das Skigebiet von Vallnord zu reisen, damit der Körper erst gar nicht mit den energieraubenden Anpassungsprozessen an die Höhenlage beginnt.
Ich wollte gerne an meine Leistung aus Albstadt anschließen, doch bereits vor dem Start vermisste ich etwas die Frische. Vielleicht haben die Studiumsprüfungen unter der letzten Woche doch mehr Energie gezogen als gedacht oder erhofft.
Das machte sich besonders in einem schlechten Start bemerkbar, mir fehlte einfach der eine Tritt und so verlor ich bereits in der ersten Runde zu viel Zeit.
Danach konnte ich mein Ziel, auf der Höhenlage nicht zu überzocken und meinen Rhytmus zu fahren gut durchziehen. Platz 47 entsprach zwar nicht meiner Zielsetzung, doch musste ich den schlechten Renneinstieg akzeptieren und kompensieren…
Dafür hoffe ich dann in einer Woche beim nächsten Weltcup in Lenzerheide vom Start weg voll da zu sein.

Mit starken Leistungen von meinen Teamkollegen Flo Vogel und Marcel Guerrini können wir uns etwas überraschend den Sieg in der Teamwertung holen, hammer!