Saisonrückblick 2013

Mit dem Weltcupfinale in Norwegen ist für mich die Bikesaison 2013 zu Ende gegangen. Zeit um etwas abzuschalten, dem Körper wohlverdiente Erholung zu schenken, mal andere Seiten des Lebens zu entdecken aber auch Zeit ein Fazit zu ziehen.

Für mich persönlich war 2013 meine wahrscheinlich beste Saison bisher. Mit dem Weltcupsieg vor heimischem Publikum in Albstadt ging ein Traum in Erfüllung. Dass es dann in Val di Sole mit einem weiteren Sieg klappen sollte, ist unglaublich. Das ich am Ende der Saison in Norwegen als erster Deutscher den U23 Gesamtweltcup gewinnen konnte ist einfach unbeschreiblich für mich, mein bisher größter Erfolg. Aber auch die Bronze Medaille bei meiner ersten Elite DM hinter den etablieren Milatz und Kurschat oder WM-Bronze im  Team Raley waren Highlights. Ich war mit meiner Form eigentlich das ganze Jahr über „da“, dennoch gab es in diesem Jahr auch einige bittere Momente, wie sie eben im Sport dazu gehören. Das Weltcupführungstrikot im zweiten Lauf in Nove Mesto kampflos hergeben zu müssen war sicher einer. Eine meiner größten Enttäuschungen erlebte ich bei der WM. Gut ins Rennen gekommen, Platten gefahren und mit „Nichts“ nach Hause gegangen. Sicher stimmt das nicht so ganz, aber so hat es sich angefühlt. Deshalb wollte ich beim Weltcupfinale in Hafjell noch einmal zeigen was in mir steckt. So ging ich das Rennen auch an, doch als ich in der zweiten Runde in Führung liegend auf einer Wiesenpassage einen Platten bekam, war dieser Wunsch vorbei. Enttäuschungen und Rückschläge gehören dazu, dennoch habe ich nach diesen beiden Rennen etwas mehr Zeit gebraucht um wieder die Erfolge und schönen Momente in der 2013er Saison zu sehen.

In solch Momenten helfen einen Aufbauende Worte enorm. Aber Erfolge mit anderen teilen ist noch viel schöner. Doch alleine sind diese nicht möglich, Erfolge erreicht man nur als Team. In der ganzen Saison haben mich  mein Team Focus XC, Trainer, meine Familie, Freundin, Freunden, die Nationalmannschaft und viele andere wahnsinnig unterstützt. Ohne diese Unterstützung wären all die Erfolge nicht möglich gewesen und die Enttäuschungen oder Niederlagen hätten doppelt so viel geschmerzt. Deshalb möchte ich mich bei all denen Bedanken, die mich in irgendeiner Weise unterstützt haben: DANKE!

Klickt euch durch die Galerie mit meinen Top-Shoots von jedem Rennen und kurzen Kommentaren.

Worldcup final Hafjell

Lovely Hafjell in Norway was the host for this year’s Worldcup finals. The 3.8 km long track was built into the Olympic ski hill of 1994 and was quite hard, had some technical sections and was covered with uncoundable sharp stones.

As the overall leader I had a good position to be in, just for the case that the Swiss Indergand or the French Drechou would win an 11th place would be enough. But for sure after the worlds my target was not to just focus on this, my goal was to give it everything to show that I´m in a good shape.

I took a good start into the men´s U23 race and managed to move into the lead before entering the first technical part of the track. When I looked back after I recognized I opened a gap. Thoughts of my wins in Albstadt and Val di Sole came into my mind and so I just try to push forward from. I crossed the finishline after lap one with a 16 sec. gap. But in the second lap just when I passed the technical zone the first time I was just paddling on a flat grass section when I heard this nasty “pffff”. “What? The was nothing, wasn’t there?” I thought while doing the two uphills to the next technical zone on my rim. I started the race again in 16th and tried to move forward into 11th as fast as possible to always have the overall in my own hands. That worked out and from there in I just focused on keeping 11th, not being motivated for more after those bad luck. The French Sarrou won the race ahead of Cooper and van der Heijden.

But I managed to become first ever German Worldcup overall winner. What a feeling. This consoles me a lot for the flat in lap two. So I´m just stoked.

Weltcupfinale Hafjell

Hafjell in Norwegen war am vergangenen Wochenende Austragungsort des UCI MTB Worldcupfinales. Der  3,8 km lange Rundkurs am olympischen Ski-Hang von 1994 war konditionell sehr fordernd,  hielt technische Passagen bereit und war vor allem mit unzähligen spitzen Steinen übersäht.

Als Gesamtführender hatte ich eine gute Ausgangsposition, sollte der Schweizer Indergand oder der Franzose Drechou gewinnen, müsste ich 11. Bzw. 12. werden. Doch mein Ziel war es nicht, nur auf Gesamtwertung zu fahren, ich wollte noch einmal zeigen, dass ich gut drauf bin und mit mir zu rechnen ist.

Ich erwischte einen guten Start ins U23 Rennen und mir gelang es noch vor der ersten technischen Passage mich an die Spitze des Feldes zu setzen. Als ich mich danach umsah, hatte ich plötzlichen einen Vorsprung. Ich erinnerte mich an Albstadt und Val di Sole und versuchte durch zu ziehen. Nach der ersten Runde betrug mein Vorsprung 16 Sek. In der zweiten Runde kurz hinter  der technischen Zone auf einer einfachen flachen Wiesenpassage dann plötzlich „pffff“. „Warum? Das war doch gar nichts“ dachte ich mir, während ich auf der Felge die zwei Anstiege zur nächsten technischen Zone bewältigte. Auf Platz 16 ging ich wieder ins Rennen. Ich versuchte so schnell es ging wieder auf Platz 11 vor zu fahren, um die Gesamtwertung immer in meinen Händen zu wissen. Das gelang mir und so versuchte ich den 11. Platz nur noch zu verwalten, für mehr war nach diesem Pech die Motivation am Saisonende einfach zu gering. Das Rennen gewann der Franzose Sarrou vor dem Neuseeländer Cooper und dem Niederländer van der Heijden.

Ich konnte mir so jedoch als erster Deutscher überhaupt den Gesamtweltcupsieg holen und das tröstet mich doch sehr über den Platten hinweg und macht mich extrem glücklich.

C2 race in Zoetermeer

One week after the worlds there was a C2 race in Zoetermeer close to the Dutch sealine. So many fast riders took the chance to fight for some UCI points. The abou 4.4 km long track was really “cyclocross-style” and with some rain it got a bit slippery in the middle of the race.

I took a good start and after the Belgian van Hoovels started his solo in lap two I was riding in the chasing group together with Schuermanns for a long time. In lap five of eight the Belgian Cyclocrossexpert Meussen and another Belgian close up. With two laps to go I was just  dropped a bit when I saw the riders in front of my not being super fast anymore. The track starts to dry up, which was good for me, so I pushed a bit more again in the last lap and managed to get third behind the Belgians van Hoovels and Meussen.

Next week there is one more important race waiting for us, the Worldcup final in Hafjell/NOR. Really lookin’ forward.

C2 Rennen in Zoetermeer

Eine Woche nach der WM fand in Zoetermeer nahe der niederländischen Nordseeküste ein C2 Rennen statt. So nutzten einige schnelle Leute die Chance um UCI Weltranglistenpunkte zu kämpfen. Die etwa 4,4 km lange Strecke im „cyclocross-style“ wurde durch den teilzeits einsetzenden Regen stückweise tückisch und war durch die vielen kurzen aber steilen Anstiege auch kräfteraubend.

Ich erwischte einen guten Start und bog auf der ersten Position ins Gelände ein. In der zweiten Runde rutschte mein Hinterrad in einem Anstieg durch und der Belgier van Hoovels setzte sich ab und fuhr fortan alleine dem Sieg entgegen. Dahinter wurden Jens Schuermanns und ich nach etwa fünf von acht zu fahrenden Runden vom belgischen Top Crosser Meussen und einem weiteren Belgier eingeholt. Ich war schon etwas abgehangen und wollte ehr ohne zu überziehen zu Ende fahren, als ich in der vorletzten Runde bemerkte, dass die Fahrer vor mir etwas nachließen. Ich kam mit der nun abttrocknenden Strecke auch wieder besser zurecht und so legte ich in der letzten Runde noch einmal zu und konnte mir so hinter van Hoovels und Meussen den dritten Rang sichern.

Nächste Woche steht mit dem Weltcupfinale in Hafjell/NOR ein weiteres wichtiges, zugleich aber auch das letzte Rennen der Saison für mich auf dem Programm. Dementsprechend freue ich mich schon darauf.

Worldchampionships Pietermaritzburg

Pietermaritzburg in South Africa hosts the 2013 UCI MTB Worldchampionships. On a fast, technical an also hard 4.2 km long track riders from all over the world fighted for the win.

I took a good start into the U23 race, riding into the first hill in second position behind the Italian Kerschbaumer. In the second hill I got dropped a bit but was able to close the gap in the descent again. So after one and a half laps I found myself in the leadinggroup with two Italians. In the uphills I tried to go for my own rhythem but chasing in the downhills. At the end of lap two in the last rock garden I nearly caught up again to the leading Italians when all my medal hopes fall through: It was a bit dark in the last rock garden and I did not hit the line perfectly. So I just opend the brake a bit to bypass a crash. Thereby I somehow hit a rock and flated my front wheel. After about 2 min. I continued racing with a new wheel, trying to move forward again. But legs didn’t spin that good after the walk and stop in the techzone. Seeing the medal was gone the rest of the race was like a big fight. In the end I moved forward from 17th into 10th but that was just a really little consolation. The Italian Gerhard Kerschbaumer became new world champion ahead if Julian Schelb, showing an incredible and strong comeback. Van der Heijden took the bronze medal.

I really came to South Africa to at least try to fight for a medal, being well prepared. And then a nasty flat destroys all your medal hopes in such a promising situation. Fore sure one of my biggest frustrations which will also stay a few days.

Weltmeisterschaft Pietermaritzburg

Das südafrikanische Pietermaritzburg war in diesem Jahr Austragungsort der UCI MTB Weltmeisterschaften. Die 4,2 km lange Strecke war schnell, teils flowig, technisch und mit ihren Anstiegen auch hart.

Ich erwischte einen guten Start in das U23 Rennen und ging auf der weiten Position hinter dem Italiener Kerschbaumer in den ersten Anstieg. Im zweiten Anstieg musste ich zwar einige Sekunden reißen lassen, konnte aber in der Abfahrt das Loch wieder schließen. So fand ich mich nach eineinhalb Runden zusammen mit zwei Italienern an der Spitze des Rennens wieder. Am Berg fuhr ich mein Tempo und der Plan war es dafür in den Abfahrten sauber und zügig unterwegs zu sein. Ende der zweiten Runde, im letzten Steinfeld, war ich fast wieder an den beiden Italienern dran, als meine Medaillenhoffnungen auf Rang drei liegend buchstäblich in Luft auf gingen:  Im recht dunklen Steinfeld „Tree House“ sah ich die Line schwer, strauchelte leicht und machte kurz die Bremsen auf um einem Sturz zu entgehen. Dabei muss ich mir irgendwie einen Platten am Vorderrad eingefangen haben. Fast zwei Minuten verlor ich bis ich das Rennen wieder fortsetzen konnte. Ich versuchte einen Aufholjagt zu starten, doch die Beine gingen nach dem Laufen und Stehen nicht mehr so recht. Im Wissen dass die Medaille weg war, war es fortan ein Kampf. Ich konnte zwar noch von Rang 17 auf den zehnten Platz vor fahren, doch das war für mich nur wenig Trost. Weltmeister wurde der Italiener Gerhart Kerschbaumer vor Julian Schelb, der eine furiose wie starke Aufholjagt zeigte und mit Silber belohnt wurde. Bronze ging an den Niederländer van der Heijden.

Ich bin hier her gekommen um um eine Medaille zu kämpfen, habe mich mit bestem Gewissen vorbereitet. Und dann zerstört ein Platten in einer solch aussichtsreichen Situation alles. Sicherlich eine meiner größten Enttäuschungen, die auch noch einige Tage anhalten wird.