Weltmeisterschaft Saalfelden

Nach einer langen Saison war es endlich soweit: mit den Weltmeisterschaften in Saalfelden  in Österreich fand das letzte Saisonhighlight statt. Nachdem ich bisher eine super Saison hatte, durfte ich einerseits im Teamrelay fahren, andererseits wollte ich im U23 Rennen zeigen was ich kann.

Los ging es also am Donnerstag mit dem Teamraley. Ich durfte für Deutschland den Start fahren, gab eine Runde alles und übergab als sechster an Junior Martin Frey. Danach war Sabine Spitz an der Reihe und als diese am Ende Manuel Fumic auf die letzte Runde schickte, da ging das bangen los, denn eine Medaille lag noch drin. Und tatsächlich, Manuel kam hinter Italien und Frankreich als dritter zurück ins Stadion. Erste WM Medaillie, Wahnsinn.

Am Freitag wurde es dann erneut ernst. Im U23 Rennen standen über hundert Fahrer am Start und gut Zehnen davon war eine Medaille zu zutrauen. Ich kam am Start noch gut weg, doch schnell konnte ich das Tempo an der Spitze nicht mehr mitgehen. Meine Beine fühlten sich müde an, ich hatte das Gefühl nicht Vollgas fahren zu können. So fand ich mich nach einer Runde um Platz 15 wieder. Ich wollte kämpfen und alles geben und das versuchte ich dann auch. Langsam schob ich mich nach vorne, konnte echt alles geben und hatte die Top Ten vor Augen. Zwischenzeitlich hoffte ich sogar noch in die Top Five fahren zu können doch in der letzten  Runde krampften die Beine und so kam ich doch zufrieden als achter ins Ziel. Direkt hinter mir kam Teamkollege Julian Schelb ins Ziel, dem eine bessere Platzierung durch Defekt verwehrt blieb. Neuer Weltmeister ist Ondrej Cink vor dem Holländer van der Heijden und dem Italiener Braidot.

Ich war zufrieden mit meinem Rennen, weil ich einfach alles gegeben habe,nicht unbedingt mit meiner Platzierung, da hätte ich mir nach meiner bisherigen Saison sicherlich mehr gewünscht. Gerne wäre ich um die Medaillen mitgefahren, doch ich muss mir ehrlich eingestehen, dass meine Form gerade leider einfach nicht so ist, wie sie bis zur DM eigentlich immer war. Vielleicht spielten ein paar krankheitsbedingte Ruhephasen eine Rolle, vielleicht was anderes, jedenfalls habe ich die WM mit besten Gewissen vorbereitet. Deshalb will ich jetzt gar nicht um die versäumte Chance traurig sein, sondern mich über eine tolle Saison freuen. Und freuen, dass es nun mehr oder weniger vorbei ist. Es war eine lange Saison. Und es gibt ja im nächsten Jahr schon wieder eine WM.

Im Sprint am Sonntag fehlte mir vor einer tollen Zuschauerkulisse in der Innenstadt dann vielleicht der letzte Ehrgeiz und so war schon im Timetrail Ende.

Bundesliga Albstadt

Knapp eine Woche vor der WM in Saalfelden nutzten viele Topathleten das vorletzte Bundesligarennen in Albstadt als letzten Test. Alleine 12 Fahrer aus der Top 15 der Welttrangliste hatten gemeldet. Die 5 km lange Strecke im „Bullentäle“ war trotz des schlechten Wetters, des Regens und des vielen, klebrigen Matsches von vielen Zuschauern gesäumt.

Die UCI setzte für das Eliterennen vier Runden an, damit die Renndistanz so kurz vor der WM nicht zu lang wird und lag damit goldrichtig.

Direkt nach dem Start ging es hoch zum höchsten Punkt der Strecke und und ich konnte gut dabei sein. In der darauffolgenden Abfahrt sorgte die glitschigen Verhältnisse dafür, dass sich das Feld rasch auseinander zog. Schon in der zweiten Runde im Anstieg wollte meine Kette nicht mehr so recht laufen, das ging aber wohl den meisten so. So musste ich zwar einige Male vom Rad, konnte aber meine Position in etwa halten und hatte, was mir viel wichtiger war, ein gutes Gefühl und konnte mich quälen. Zu Beginn der letzten Runde merkte ich dann meine Bein schon sehr und versuchte auf den letzten Kilometern dann meine Beine für die nächste Woche nicht „kaputt“ zu fahren. Nach etwas mehr als einer Stunde kam ich so auf Rang 20 ins Ziel und kann damit in diesem Feld wohl zufrieden sein.

Gewonnen hat Lukas Flückinger vor Bruder Matthias Flückinger und Julien Absalon.